Reise nach Ho-Chi-Minh-Stadt alias Saigon: Was lohnt sich?

Reise nach Ho-Chi-Minh-Stadt alias Saigon: Was lohnt sich?

März 17, 2025 Aus Von Heiko
Ein Moped ist in Vietnam das universelle Fortbewegungs- und Transportmittel für Waren und ganze Familien. Foto: Heiko Weckbrodt

Ein Moped ist in Vietnam das universelle Fortbewegungs- und Transportmittel für Waren und ganze Familien. Foto: Heiko Weckbrodt

Zwischen Präsidentenpalast, Pagode und Partymeile: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der pulsierenden Metropole von Südvietnam

HCMC, 17. März 2025. Ho-Chi-Minh-Stadt – das ehemalige Saigon – ist die größte Stadt in Vietnam und das wichtigste Wirtschaftszentrum des Landes, noch vor der Hauptstadt Hanoi im Norden. Wer ein oder zwei Tage Zeit hat, sollte sich den Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten vormerken. Dazu gehören gehören das alte Zentralpostamt, der Präsidentenpalast, die Kathedrale Notre Dame und der Ben-Thanh-Markt. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte das Saigon Opera House, das Alte Rathaus sowie die Ho-Chi-Minh-Statue besichtigen und den nächtlichen Ausblick vom Hochhaus „Bitexco Financial Tower“ genießen.

Bunter und pulsierender Distrikt 1

Auch lohnt sich immer ein Bummel durch das pulsierende, wachsende Stadtzentrum: Distrikt 1 mit seinen vielen kleinen Gassen, Geschäften, Garküchen und seinem vitalen Nachtleben ist sehr faszinierend. Wer es bunt, grell und laut mag, solle sich für den späten Abend einen Abstecher auf die Partymeile von HCM vormerken, die „Bui Vien“-Straße. Auch lohnt sich ein Bummel durch die Straßen und Gassen, um ein Gefühl für diese wuchernde Großstadt zu bekommen, mit ihren schmalen, schrägen, bunten, armen Häusern, mit ihren wild kreuz und quer gespannten Stromleitungen, wenn wieder irgendwo jemand eingezogen ist, mit den Händlern, die ihre Waren keck auf den Fußwegen ausbreiten, Minihotels und Mini-Märkten.

Tags ganz unscheinbar, verwandelt sich die „Bui Vien“-Straße abends in eine lautstarke Partymeile mit Tänzerinnen, Kneipen, Nachtclubs und allerlei Vergnügungen. Foto: Heiko Weckbrodt

Tags ganz unscheinbar, verwandelt sich die „Bui Vien“-Straße abends in eine lautstarke Partymeile mit Tänzerinnen, Kneipen, Nachtclubs und allerlei Vergnügungen. Foto: Heiko Weckbrodt

Als Ausflüge von Saigon alias Ho-Chi-Minh-City aus kommen zum Beispiel ein Abstecher in das fruchtbare Mekong-Delta oder eine Schnellboot-Reise auf dem namensgebenden Saigon-Fluss in Frage. Von HCM aus ist es nicht weit bis zu den berühmten Tunneln der Untergrundbewegung Viet Minh beziehungsweise Vietkong.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

Am Präsidentenpalast in Saigon ist erneutetes US-Kriegsgerät wie dieser Hubschrauber ausgestellt. Foto: Heiko Weckbrodt

Am Präsidentenpalast in Saigon ist erneutetes US-Kriegsgerät wie dieser Hubschrauber ausgestellt. Foto: Heiko Weckbrodt

Der Präsidentenpalast

Ab 1868 bauten die Franzosen in Saigon einen Palast für den Gouverneur von Cochinchina. Nachdem die Vietnamesen die Franzosen vertrieben hatten, wurde daraus 1955 der „Unabhängigkeitspalast“ („Dinh Doc Lap“) und Wohnsitz des Präsidenten von Südvietnam, Ngô Đình Diệm. 1962 wurde der Palast durch Bombentreffer schwer beschädigt und danach neu aufgebaut. Als ein Panzer des kommunistischen Nordvietnam das Tor durchbrach, gingen diese Bilder um die Welt: Sie waren das Symbol für das Ende des Vietnamkrieges und die Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam. Seitdem gilt der Palast als ein wichtiges kulturelles und historisches Denkmal für Vietnam und beherbergt ein historisches Museum. Im Park sind erbeutete Hubschrauber, Panzer und andere Waffen ausgestellt. Der Palast selbst hat drei Etagen. Im Keller sind historische Dokumente zu sehen.

Ort: Nam Ky Khoi Nghia Straße 135, HCMC, Distrikt 1, Geöffnet täglich von 8 bis 15.30 Uhr
Eintritt in den Palast: 40.000 Dong (etwa 2,50 Euro)

Die Alte Post

Das Zentralpostamt vom Saigon wurde von 1886 bis 1891 gebaut. Die Stahlkonstruktion dafür hat ein berühmter Franzose entworfen: Gustave Eiffel, der Erbauer des Eiffel-Turms. Die Architektur vereint europäische und asiatische Einflüsse. Das Gebäude ist ein beliebtes Ziel für Touristen, weil es innen und außen immer noch wie ein Postamt aus alten Zeiten aussieht. Die Hauptattraktion ist die große Schalterhalle mit der Uhr, einer großen Karte und alten Fernsprech-Zellen. Hier kann man Ansichtskarten und Briefmarken kaufen und auch gleich absenden.

Ort: 125 Hai Ba Trung, HCMC,
Eintritt gratis

Kathedrale Notre Dame

Die Kathedrale Notre Dame, vietnamesisch: Duc ba, ist eine katholische Kirche. Sie ist die Kathedrale des Erzbistums von Ho-Chi-Minh-Stadt. Sie entstand 1877-1880 in einer Mischung aus neoromanischem und neogotischen Stil. Für den Bau wurden alle Baumaterialien wie Zement, Stahl und sogar die Schrauben aus Frankreich nach Vietnam gebracht. Auch die roten Ziegel für die markante Fassade wurden extra aus Marseille antransportiert.

Ort: Công xã Paris, HCM, Öffnungszeiten: täglich 8-17 Uhr
Eintritt: gratis
Hinweis: Wie in Europa auch besucht man hier christliche Kirchen ohne Mützen oder andere Kopfbedeckungen

Die Ngoc-Hong-Pagode

Die Ngoc-Hoang-Pagode, auch Phuoc-Hai-Tempel genannt, ist ein wichtiges taoistisch-buddhistisches Bauwerk in HCM-Stadt. Auf Deutsch heißt sie die Pagode des Jadekaisers. Der kantonesische Kaufmann Liu Daoyuan ließ sie um 1900 im Stil chinesischer Tempel errichten.

Im reich verzierten Tempel gibt es überlebensgroße Statuen des Jadekaisers und von Guangin. Auf die Abkunft vom göttlichen Jadekaiser begründeten alle Kaiser im alten China ihre Herrschaft. Guangin dagegen ist eine Bodhisattva des Mitgefühls.

Viele Vietnamesen suchen die Ngoc-Hoang-Pagode auf. Hier beten zum Beispiel Frauen um eine Schwangerschaft beziehungsweise ein Kind. Andere beten hier um Glück und um Schwierigkeiten abzuwenden. Auch US-Präsident Barack Obama besichtigte während seines Staatsbesuchs 2016 in Vietnam diese Pagode.

Ort: Mai Thi Luu Straße 73, HCMC
Eintritt: gratis
Öffnungszeiten: 8-17 Uhr
Hinweis: Am Eingang von Pagoden muss man die Schuhe ausziehen

Blick in den Ben-Thanh-Markt von HCM. Foto: Heiko Weckbrodt

Blick in den Ben-Thanh-Markt von HCM. Foto: Heiko Weckbrodt

Bến-Thành-Markt

Der über 100 Jahre alte, überdachte Markt mit seinem prägnanten Uhrentürmchen gehört zu den faszinierendsten Märkten der Großstadt, der sich freilich schon recht stark auf Touristen ausgerichtet hat. Hier gibt es exotische Früchte und Gemüse, eine breits Auswahl an Trockenobst, Fleisch, Getränke, vor allem aber auch viele Andenken: T-Shirts mit vietnamesischen Motiven, Tassen, Schnitzereien, Statuetten aus Stein (und Vorsicht: auch aus der chinesischen Spritzgussmaschine) und vieles mehr zu kaufen. Feilschen ist üblich. Wer einen guten Preis will, schickt einheimische Freunde vor – für Langnasen rufen die Händler oft überteuerte Preise auf.

Ort: Cho Bến-Thành, 
Öffnungszeiten: öffnet meist 6 Uhr morgens und ist mindestens mit 18 Uhr geöffnet, oft gibt es aber auch Nachmarkt-Öffnungszeiten.

Am Uhrentürmchen erkennt man den Ben-Thanh-Markt sofort. Foto: Heiko Weckbrodt

Am Uhrentürmchen erkennt man den Ben-Thanh-Markt sofort. Foto: Heiko Weckbrodt

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: eigene Vor-Ort-Besuche, Auskünfte von Anwohnern