
Das Keramikdorf Bát Tràng bei Hanoi ist einen Ausflug wert

Eine Mitarbeiterin bemalt in einer Keramikmanufaktur in Bat Trang eine Schale. Foto: Heiko Weckbrodt
Am Roten Fluss locken Manufakturen voll kunstvoller Vasen ebenso wie Keramik-Mionions
Bat Trang/Hanoi, 29. März 2021. Wer sich für handgemachte Keramik interessiert und ohnehin Hanoi besucht, sollte einen Abstecher in das Porzellan- und Keramikdorf Bát Tràng einplanen: Am Ostufer des Roten Flusses, rund 16 Kilometer vom Stadtzentrum der vietnamesischen Hauptstadt entfernt, konzentrieren sich dort Dutzende von Manufakturen, Fabriken und Kleinhandwerkern.

Überall auf den Dorfstraßen von Bat Trang sind Material-Transporter unterwegs Foto: Heiko Weckbrodt
Unterschiedliches kreatives Niveau
Insgesamt rund 3000 Menschen stellen hier – größtenteils in Handarbeit – Teller, Schalen, Tassen, Figuren und andere Keramikwaren auf recht unterschiedlichem Qualitätsniveau her. Einiges ist Tand, vielen Stücke sieht man aber Kreativität und hohes handwerkliches Können an. Lasst Euch am besten ein bisschen durch die Gassen treiben, schaut Euch die Arbeit in ein paar Werkstätten an und entscheidet Euch erst dann, was sich zu kaufen lohnt.

Ein Künstler bemalt in der Keramikmanufaktur in Bat Trang eine Vase. Foto: Heiko Weckbrodt
Viele Schaumanufakturen mit Werksverkauf
An der „Ciang Cao“-Straße zum Beispiel sind Schau-Manufakturen zu finden, in denen man den Handwerkern und teilsweise auch Künstlern bei der Herstellung und Bemalung von Schalen, Vasen und anderen Teilen zusehen kann. Die meisten Arbeiter lassen sich auch fotografieren, wenn man höflich fragt. Und wie das bei den geschäftstüchtigen Vietnamesen eben so ist, darf man dann gerne im „Showroom“ im Erdgeschoss etwas kaufen. Mit persönlich haben die Tassen im etwas modernerem und unorthodoxen Design gut gefallen, aber es gibt zum Beispiel auch viele Vasen im aufwendigen historisierenden Design zu kaufen. Und wer eher ein Souvenir für Kinder sucht, findet auch allerlei Stände mit kunterbunten Keramikversionen der „Angry Birds“, der Minions“ und anderer Helden der Populärkultur.
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Keramiktasse aus Bat Trang. Foto: Heiko Weckbrodt
Die Hälfte geht in den Export
Die Handwerker im Dorf führen ihre Traditionen bis auf das 12. Jahrhundert. Andere Quellen verweisen hingegen „nur“ auf das 14. Jahrhundert. Etwa die Hälfte der „Bát Tràng“-Keramiken gehen heute ins Ausland, vor allem nach Japan und Europa. Die Manufakturbetreiber führen ihre Experterfolge nicht auf den Preishebel zurück, sondern auf Qualität: Keramiken aus Bát Tràng seien zwar doppelt so teuer wie die chinesischen, hört man da. Aber sie seien frei von giftigen Chemikalien und hochwertiger. Ohne vergleichende Laboranalysen ist es freilich schwer zu entscheiden, ob man sich auf diese Versprechen verlassen kann.
- Auch kunterbunte Popkultur-Keramiken bieten die Händler von Bat Trang feil. Foto: Heiko Weckbrodt
- Ein Handwerker bemalt eine Schale in der Keramikmanufaktur in Bat Trang. Foto: Heiko Weckbrodt
- Eine Frau taucht einen Becher in braune Farbe. Blick in die Keramikmanufaktur in Bat Trang. Foto: Heiko Weckbrodt
- Keramiktiere in Bat Trang. Foto: Heiko Weckbrodt
- Überall auf den Dorfstraßen von Bat Trang sind Material-Transporter unterwegs Foto: Heiko Weckbrodt
- Alte Frau mit Reishut auf einer Straße in Bat Trang. Foto: Heiko Weckbrodt
- In diese Formen wird die flüssige Keramikmasse gegossen, um daraus Schalen zu formen. Blick in eine Keramikmanufaktur in Bat Trang. Foto: Heiko Weckbrodt
- Flüssige Keramikmasse in einer Manufaktur in Bat Trang. Foto: Heiko Weckbrodt
- Blick in den Ofen – Keramikmanufaktur in Bat Trang. Foto: Heiko Weckbrodt
- Ein Künstler bemalt in der Keramikmanufaktur in Bat Trang eine Vase. Foto: Heiko Weckbrodt
- Schalenfertigung in der Keramikmanufaktur in Bat Trang. Foto: Heiko Weckbrodt
- Eine Mitarbeiterin bemalt in der Keramikmanufaktur in Bat Trang eine Schale. Foto: Heiko Weckbrodt
Fazit: Viele Touris, lohnt sich dennoch
Der Ausflug nach Bát Tràng lohnt. Das Keramikdorf ist zwar – außerhalb von Corona-Zeiten – stark von Touristen frequentiert, aber das mindert nicht den Schauwert.
Wie hinkommen?
Von Hanoi am besten über die „Cau Thah Tri“-Brücke. Entweder man organisiert sich ein Fahrrad, engagiert ein Taxi oder einen Leihmotorradfahrer. Zudem gibt es in Vietnams Großstädten viele „Grab“-Fahrer, die man recht schnell per App ordern kann.
Autor: Heiko Weckbrodt